Kadri Mema verstärkt die Fortuna

Kadri Mema verstärkt die Fortuna

Fortuna Millingen freut sich, mit Kadri Mema einen neuen Spieler in der 1. Mannschaft begrüßen zu dürfen. Der 21-jährige Albaner besucht für drei Monate Deutschland und wird unseren Kader in den kommenden “englischen Wochen“ verstärken. „Flexibel im Mittelfeld einsetzbar und ein starker Techniker“ so fällt die Kurzbeschreibung des Spielers durch Co-Trainer Peter Lörcks nach den ersten Trainingseindrücken aus.

Bereits in der Saison 2015/16 war Kadri in Deutschland aktiv. Damals war der Spieler für den „FC Horizont – Team of Nations“ aktiv und kickte in der Kreisliga unter Trainer Chris Terhart. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit und wünschen dem Spieler einen guten Start bei der Fortuna.

Fortuna nimmt an WDR Trikot-Tausch teil

Fortuna nimmt an WDR Trikot-Tausch teil

Fans, Spieler und Funktionäre aufgepasst! Der SV Fortuna Millingen 1920 nimmt erneut am WDR2-Trikottausch teil.

Und so einfach geht’s: Wenn zwischen dem 15. und 26. Januar 2018 eine Fortuna-Mannschaft im Radio genannt wird, innerhalb von zehn Minuten unter 0800 5678 222 anrufen und das Lösungswort nennen. Unter allen Teilnehmer verlost der WDR 45 Trikotsätze. Für Fortuna nehmen die Damenelf, die 1. und 2. Herrenmannschaft sowie der FC Horizont – Team of Nations teil.

Das Lösungswort lautet: Bruchstadion

Anpfiff für eine gemeinsame Zukunft

Anpfiff für eine gemeinsame Zukunft

Der FC Horizont INT. – Team of Nations ist ein einzigartiges Projekt aus der Malteser ZUE (Zentrale Unterbringungseinrichtung) in Rees: In diesem besonderen Fußballclub widmen sich Deutsche und Flüchtlinge gemeinsam dem Sport. Zuletzt gewann das Integrationsprojekt der Malteser sogar den Förderpreis Helfende Hand.

Jetzt haben sich der FC Horizont und der Sportverein Fortuna Millingen zusammen getan. Unter dem Motto „Ankommen – fördern – integrieren“ kooperieren sie ab der Saison 2017/18 und verfolgen dabei gemeinsame Ziele, um die Integration geflüchteter Menschen durch die Kraft des Fußballs zu unterstützen. „Gelebte Integration schreibt längst Sportgeschichte“, ist sich Chris Terhart sicher. Der Diplom-Pädagoge arbeitet in der Malteser ZUE und ist Coach des FC Horizont. „Denn Europas große Fußballnationen schicken heute Spieler auf den Platz, deren Eltern einst zugewandert sind – nach Frankreich, in die Niederlande oder auch nach Deutschland.“

Nun machen beide also gemeinsame Sache. Auch Fortuna Millingen setzt sich bereits seit längerem für die Integration von Flüchtlingskindern im Fußball ein – und wurde sogar mit dem Förderpreis „1:0 für ein Willkommen“ ausgezeichnet. „Neben den wöchentlichen Trainings sollen die Spieler ermuntert werden, am Vereinsleben teilzunehmen. Durch das gegenseitige Kennenlernen auf dem Sportplatz und das gemeinsame Spiel sollen auf beiden Seiten Ängste und Vorurteile abgebaut werden“, erklärt Nico te Baay, Geschäftsführer des SV Fortuna Millingen. Geplant sei auch ein wöchentlicher fußballspezifischer Deutschunterricht vor den Trainingseinheiten. Te Baay: „Die Fußballer lernen so die Grundbegriffe der ‚Fußballsprache‘, die sie direkt im Spiel anwenden können.“

Über den Fußball hinaus

Die beiden Spieler Mohamed Camara und Behrouz Ramazan repräsentieren schon jetzt die angestrebten Projektziele: Camara möchte nach seinem Schulabschluss eine Ausbildung zum Erzieher beginnen – das wird dem 20jährigen durch Fortuna Millingen als Träger der Offenen Ganztagsschule (OGATA) Millingen ermöglicht. „Wir möchten ihm einen Praktikumsplatz in der OGATA anbieten, um seine beruflichen Perspektiven zu unterstützen“, so Geschäftsführer te Baay.
Auch Behrouz hat den gesamten Integrationsprozess miterlebt. „Er ist bereits seit längerer Zeit in Deutschland und arbeitet bei den Maltesern. Für neue Sportler wird er ein hervorragender Mittler und Multiplikator sein“, so Chris Terhart.

Ein Spiel baut Brücken

Ein Spiel baut Brücken

Unter den Klängen der UEFA Champions League Hymne betreten sie den Rasen, ganz wie die Profis. Schon beim Einlaufen spürt man also, dass dieses Freundschaftsspiel kein ganz gewöhnliches ist, denn die zweite Mannschaft von Fortuna Millingen spielt nicht gegen einen anderen Club aus der Kreisliga C, sondern gegen den neu gegründeten FC Horizont Int., einer Auswahl der Bewohner des Reeser Asylbewerberheims.

Per Handschlag vom Vorstand werden die zahlreichen Gäste am Eingang der Sportanlage an der Bruchstraße begrüßt. Herzlich und gut gelaunt ist die Atmosphäre kurz vor dem Anpfiff. Nicht nur die Millinger sind gekommen, um ihre Mannschaft anzufeuern, auch rund 100 Reeser und Bewohner der Flüchtlingseinrichtung sind, dank der Bereitstellung eines Bus-transfers durch von Mulert, ge-kommen. Doch so sehr der sportli-che Aspekt, gerade bei den Spie-lern auf dem Feld zu merken ist, geht es um mehr als nur Sport. „Wir erhoffen uns eine bessere Willkommenskultur“, betont der Fortuna-Vorsitzende Heinz Lukkezen.

Der Kontakt ist über den Freizeitpädagogen Chris Terhart, der aus Millingen kommt und im Asylheim arbeitet, entstanden. Wie, wenn nicht mit einem geselligen Zusammentreffen, könnte man es sonst schaffen, Menschen zusammenzubringen, Ängste und Vorurteile abzubauen und den Flüchtlingen, die, wie Lukkezen in seiner Begrüßung sagte, „einen langen und beschwerlichen Weg in die Freiheit“ auf sich genommen haben, zu helfen, ihren Alltag zu vergessen und das „Lagerleben“ für einen Nachmittag hinter sich zu lassen.

Ehemalige Nationalspieler

Der Gedanke, einen Fußballclub zu gründen, lag da förmlich auf der Hand. Terhart war es, der merkte, „dass immer mehr alleinstehende Männer im fußballerischen Alter“ nach Rees kamen. Was lag da nä-her, als einen Fußballverein zu grünen und Freundschaftsspiele mit den benachbarten Vereinen anzustreben. „Fußball ist international“, betont Terhart, genauso wie auch das Team international und multikulturell ist. Es sind Spieler aus nahezu allen Bürgerkriegsländern wie Syrien, Libyen, Nordirak, Ghana und den Ländern des ehemaligen Jugoslawien vertreten. „Für sie ist es das Allergrößte“, bekräftigt Terhart.

Und sie sind konkurrenzfähig. Gegen eine Auswahl des SV Rees hat man schon gewonnen. „Nun möchten wir hier natürlich auch ein positives Ergebnis mitnehmen“, bekräftigt Terhart den sportlichen Ehrgeiz. Immerhin zählt das Team namhafte Spieler in seinen Reihen. Fußballer, die in ihrer Heimat in den höchsten Ligen gespielt haben. Mit Brain Andy Akli aus Ghana und Eli Don Bilali aus Albanien stehen zwei ehemalige Nationalspieler auf dem Platz, die sogar schon Einladungen zum Probetraining bei Arminia Bielefeld bekommen haben. „Wir wollen uns hier gut verkaufen“, lautet daher Terharts Devise. Am Ende reicht es nicht ganz. Millingen gewinnt 6:4.

Die gesponserten Bälle und gestifteten Fußballschuhe und Trikots nehmen die Spieler mit nach Rees und vielleicht auch ein paar gute Gefühle eines friedvollen und geselligen Fußballnachmittags. Wer weiß, vielleicht nutzt dann auch schon bald der eine oder andere Spieler das Angebot von Fortuna Millingen und kommt zum nächsten Training einfach vorbei. Auch weitere Aktionen schließt Lukkezen nicht aus. „Wir sind für alles offen“, betont er.