Fortuna will ein unangenehmer Gegner sein

Mit einer Woche Verspätung startet unsere Fortuna am 13. September beim SV Vrasselt in die neue Saison in der Fußball-Bezirksliga. In der Vorbereitung wurde viel und hart trainiert, um als Aufsteiger in der Bezirksliga konkurrenzfähig zu sein. „Die Jungs werden topfit sein“, sagt Trainer Rolf Sent, der allerdings zuletzt selbst gut vier Wochen aufgrund einer Knie-OP nicht dabei sein konnte. „Das ließ sich nicht mehr aufschieben“, so der 56-Jährige. Da Sent zudem noch eine Reha antrat, übernahm Co-Trainer Peter Lörcks längere Zeit die Verantwortung bei den Übungseinheiten und den Testspielen.

Dass der Fortuna eine schwere Saison bevorsteht, ist allen Beteiligten bewusst. „Die Jungs waren anfangs schon ein wenig skeptisch, inzwischen haben wir aber ein gutes Spielsystem und die Euphorie ist da“, sagt Sent, der trotz des Verlustes von wichtigen Spielern optimistisch in die Saison geht. Mit Jan Schöttler (VfL Rhede) und Dario Gerling (SV Vrasselt) musste unsere Fortuna zwei offensive Leistungsträger der zurückliegenden Saison ziehen lassen, die maßgeblichen Anteil am Aufstieg hatten. Zudem verließ auch Torwart Rene Konst Fortuna Millingen in Richtung Landesligist VfL Rhede. Ungeachtet dessen will Fortuna Millingen auch in der neuen Spielklasse ein unangenehmer Gegner sein.

Mit Mario Stempel (Hamminkelner SV II) und Nico Becker (SV Haldern II) wechselten zwei Akteure an die Bruchstraße. Da Stempel vor kurzem eine neue Lehre begonnen hat, muss er jedoch von Beginn an kürzertreten. Niko Becker laboriert aktuell mit einer Verhärtung im Oberschenkel, ist aber ansonsten ein möglicher Kandidat für die Startelf. Fortuna Millingen freut sich zudem, dass mit Niklas Neijenhuis und Nicolas Hansen zwei Jungs aus der eigenen Jugend den Sprung in den Bezirksliga-Kader geschafft haben. Trotz des Aufstiegs und der damit einhergehenden sportlichen Herausforderung führt Fortuna Millingen damit den in der jüngeren Vergangenheit erfolgreich beschrittenen Weg, Talente aus der eigenen Jugend die Möglichkeit zu geben, sich in den Seniorenmannschaften zu zeigen, fort.

Werde Jugendtrainer/in bei Fortuna Millingen

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Fortuna Millingen ist auf der Suche nach engagierten und fußballbegeisterten Menschen die sich in unserem Verein als Trainer/in oder Betreuer/in im Jugendbereich einbringen möchten.

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Du hast Freude am Umgang mit ehrgeizigen Spielerinnen und Spielern?
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Dann bist du bei Fortuna Millingen genau richtig und vielleicht haben wir ja dein Interesse geweckt!

Wir würden uns freuen, dich als Jugendtrainer/in gewinnen zu können – weitere Infos kannst du der folgenden Grafik entnehmen:

40 Jahres Tennissport bei der Fortuna

1980 gründete Fortuna die Tennis-Abteilung. Sie hofft auf steigendes Interesse an der Sportart.

Artikel der Rheinischen Post vom 6. August: 2020 ist für Millingen das Jahr der Jubiläen: Vor 900 Jahre wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt, vor 100 Jahren wurden das Tambourkorps Millingen, der Löschzug Millingen der Freiwilligen Feuerwehr Rees gegründet und der Sportverein Fortuna Millingen gegründet. „Daran gemessen sind die 40 Jahre unserer Tennisabteilung ein kleiner Zeitraum, aber wir sorgen dafür, dass sie noch lange besteht und zur Bereicherung des sportlichen Angebots in unserem Dorf einen Beitrag leistet“, sagt Hans-Georg Reichstein, der Vorsitzende der Tennisabteilung bei Fortuna Millingen.

Ungefähr 50 Freunde des Tennissports versammelten sich im Oktober 1980 und schufen die neue Abteilung im Traditionsverein. Günter Boland regelte maßgeblich alle nötigen Formalitäten und übernahm auch das Amt des ersten Vorsitzenden. Der wenige Jahre später von Boris Becker und Steffi Graf ausgelöste Tennisboom sorgte dafür, dass der Verein rasch auf mehr als 300 Mitglieder anwuchs.

Zunächst standen drei Tennisplätze zur Verfügung, 1995 kamen zwei weitere hinzu. Aus einer alten Scheune entstand mit viel Herzblut und Eigenleistung ein Tennisheim, das auch heute noch genutzt wird. „Leider ließ im Laufe der Jahre das Interesse am Tennissport nach und jüngere Spieler, die ja die Zukunft eines Vereins garantieren, wurden immer seltener“, sagt Hans-Georg Reichstein. Die Zahl der Mitglieder sank, zwei Tennisplätze wurden aufgegeben. Wolfgang Kremer organisierte den Rückbau und konsolidierte die Sportanlage auf die aktuellen Bedürfnisse.

2018 richteten die Millinger auf ihrer Anlage die Reeser Stadtmeisterschaften aus, parallel läuft seit vier Jahren eine Kooperation mit der benachbarten Grundschule St. Quirinus, um wieder verstärkt den Nachwuchs auf den Tennissport aufmerksam zu machen. „Wir hoffen, dass künftig wieder mehr Bürger und Bürgerinnen Freude an diesem schönen Sport finden und unser Clubleben bereichern“, sagt Hans-Georg Reichstein.

Das 40-jährige Bestehen will die Tennisabteilung im November feiern, Corona-bedingt aber nur im kleinen Kreis. Dabei sollen dann auch die treuesten Mitglieder und die Gründerväter geehrt werden.

Beitragsbild: Günter Boland war der erste Vorsitzende der Millinger Tennissportler. Heute hat Hans-Georg Reichstein dieses Amt inne. Gregor Ising war Vorstandsmitglied der ersten Stunde (vl.).    

Quelle: Rheinische Post

Unser Trainer Rolf Sent im Interview mit der RP

Aus der Rheinischen Post vom 5. August 2020: Der Trainer hat mit Fortuna Millingen den Aufstieg geschafft. Er spricht über die Chancen seiner Mannschaft, junge Leute und Flaschenpfand.

Fortuna Millingen, Neuling in der Fußball-Bezirksliga, hat am Freitag die Aufstiegsfete auf der eigenen Anlage nachgeholt. „Mit großer Vorsicht, gebührendem Abstand und gehöriger Verspätung. Trotzdem wollten wir alle das Gefühl bekommen, dass wir als Mannschaft etwas erreicht haben sportlich“, sagt Trainer Rolf Sent. Der 55-Jährige gelernte Maurer geht bei der Fortuna in seine vierte Saison.

Die Fortuna hat mit Dario Gerling und Jan Schöttler die besten Torschützen verloren. Macht Ihnen das Sorgen?

ROLF SENT | Ich bin da zuversichtlich. Wir haben in Niko Becker und Mario Stempel zwei ambitionierte Angreifer aus der Kreisliga im Kader, die sich höher beweisen wollen. Dazu habe ich ja noch zwei weitere neue Spieler im Kader.

Frisch verpflichtet?

SENT | Nicht ganz. Aber ich betrachte unsere Defensivspieler Tom Drews und Nils Helling nach ihren langen Verletzungspausen ebenfalls als Neuzugänge.

Denken Sie über weitere Zugänge nach?

SENT | Nur, wenn es wirklich passt. Die Fortuna hat sich zuletzt ein wenig den Ruf erarbeitet, dass sich bei uns junge Spieler entwickeln können. Das hilft bei der Kaderplanung, hat aber auch Nachteile.

Tatsächlich?

SENT | Bei mir zählt im Gespräch ein Wort immer. Das ist heutzutage bei einigen jüngeren Spielern offenbar anders. Die nehmen Zusagen manchmal nicht für bare Münze.

Ihnen wird nachgesagt, dass Sie ein Händchen für junge Spieler haben.

SENT | Das sehe ich auch so. Junge Menschen entwickeln allerdings auf und neben dem Platz ihre Persönlichkeit, da hat es ein Trainer manchmal schwer.

Ist es anstrengend, trotz eines Aufstiegs in die Bezirksliga oftmals zu hören, Fortuna spiele bisweilen unattraktiven Fußball?

SENT | Ich sage es mal so: Vielleicht ist unsere defensivere Linie für einige Betrachter unattraktiv. Ich habe aber mein Spielsystem auf unser Potenzial abgestimmt. Platz eins kam dabei heraus. Da darf man schon von erfolgsorientiertem Fußball sprechen.

Sie kehren sechs Jahre nach dem Abstieg mit BW Bienen als Trainer in die Bezirksliga zurück.

SENT | Die Liga wird eine Herausforderung für uns. Wir haben die Ambition, am Ende einfach drinzubleiben. Dazu braucht es Teamgeist und eine gute Einstellung. Fußball ist zwar ein einfaches Geschäft, aber auch eines mit Raffinessen. Das muss man wissen, sonst ist es schwer, erfolgreich zu sein. Ich versuche in meinem bescheidenen Bereich zu machen, was ich machen kann. Und ich sehe schon nach wenigen Trainingseinheiten, dass meine Jungs mitziehen.

Was war die kurioseste Entschuldigung eines Spielers, warum er nicht zum Training gekommen ist?

SENT | Einer hat sich bei mir mal ernsthaft abgemeldet mit dem Grund, er müsse gerade das Flaschenpfand wegbringen, weil er eine große Party bei sich gefeiert hatte. Da war auch ich verblüfft. Nach Rücksprache mit meinem Mannschaftsrat musste er nach dem nächsten Training natürlich eine Runde spendieren.

Quelle: Rheinische Post

Frauenfußball bei der Fortuna weiterhin in Kooperation mit dem SV Haldern

Frauenfußball bei der Fortuna weiterhin in Kooperation mit dem SV Haldern

Der SV Fortuna Millingen 1920 e.V. und der SV Haldern 1920 e.V. werden auch in der kommenden Saison gemeinsam mit einer Frauenspielgemeinschaft (FSG) am Spielbetrieb teilnehmen. Darauf einigten sich beide Vereine in der letzten Woche.

Die Mannschaft wird im Vergleich zur letzten Spielzeit deutlich jünger, da Spielerinnen aus den jeweiligen U17-Mannschaften in den Kader integriert werden. Damit schaffen wir auch eine Perspektive für Juniorinnen, die in den nächsten Jahren den Sprung zu den Senioren machen werden.

Die FSG wird weiterhin von David Wendland trainiert, jedoch suchen wir hier tatkräftig Unterstützung. Falls also wer Interesse hat oder wen kennt, der Interesse hat, mit einer jungen motivierten Damenmannschaft zusammenzuarbeiten, darf sich gerne bei allen Vorstandsmitgliedern oder direkt bei David melden.

Weiterhin freuen wir uns natürlich jederzeit über motivierte Spielerinnen (Jahrgang 2004 oder älter), die Lust auf Mannschaftssport haben. Auch hier gilt: Bei Interesse gerne melden.

Doppelter Grund zur Freude trotz Jubiläums-Verschiebung

Doppelter Grund zur Freude trotz Jubiläums-Verschiebung

Am gestrigen Donnerstag hätten auf der Platzanlage an der Bruchstraße eigentlich die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Fortuna mit dem traditionell am Fronleichnahmstag ausgetragenen Dorfturnier beginnen sollen. Auch wenn die Corona-Pandemie diesen Plan bekanntlich durchkreuze und auch bei der Fortuna umgeplant werden musste, gab es bei Fortuna Millingen gestern doppelten Grund zur Freude.

Zum einen wurde die von Heinz Lukkezen anlässlich des 100-jährigen Bestehens des SV Fortuna Millingen e.V. verfasste und 456 Seiten starke Chronik mit zahlreichen Erinnerungen und Anekdoten aus einem ganzen Jahrhundert Vereinsgeschichte auf der Platzanlage präsentiert. Zum anderen konnte Klaus Sesing mit Johannes Giesen und Häns Groll zwei Vereinsmitglieder auszeichnen, die der Fortuna bereits seit der Nachkriegszeit die Treue halten, auf eine 75-jährige Mitgliedschaft zurückblicken und damit die beiden „dienstältesten“ Fortuna-Mitglieder sind.

Vieles von dem, was Johannes Giesen und Häns Groll aus zusammen 150 Jahren der Mitgliedschaft bei der Fortuna aus der Vereinsgeschichte berichten können, sowie wertvolle Berichte aus der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs hat Heinz Lukkezen in der Chronik festgehalten. Es soll, so schreibt er in seinem Vorwort ein „Nachschlagewerk für all diejenigen [sein], die die Geschichte von Fortuna Millingen und seinen Weg von den Anfängen bis heute nachvollziehen oder verstehen möchten.“ Seit seiner Pensionierung im Jahr 2016 hat Lukkezen unzählige Stunden in das opulente Werk investiert. „Es gab fast keinen Tag, an dem ich nicht daran gearbeitet habe“, so der 68-jährige, der sich seit 1973 im Vorstand der Fortuna als Kassenwart, Geschäftsführer, Erster Vorsitzender und Vorstandsbeisitzer der OGATA ehrenamtlich engagiert. Allein das Inhaltsverzeichnis der eindrucksvollen und in Zusammenarbeit mit der Firma Busch hochwertig produzierten Chronik umfasst sieben Seiten und führt stichpunktartig wichtige Wegmarken der Fortuna-Geschichte auf, welche chronologisch und mit vielen Bildern, Geschichten und Erzählungen im umfangreichen Hauptteil des Buches detailliert erläutert werden.

Nachdem Lukkezen bereits vor einigen Jahren mitteilte, zum 100-jährigen Bestehen der Fortuna eine Chronik zu verfassen zu wollen und sich viele Freundinnen und Freunde der Fortuna schon auf das in einer limitierten Auflage von 600 Stück produzierte Buch gefreut haben, wurde dieses am vergangenen Donnerstag nun präsentiert und erstmals verkauft. In einer kurzen Ansprache bedankte sich der erste Vorsitzender der Fortuna Klaus Sesing herzlich beim sichtlich ergriffenen Heinz Lukkezen für die aufwendige Erstellung der Chronik und die damit verbundene geleistete Arbeit im Sinne der Fortuna. Vielen Mitglieder der Fortuna, vielen Millingerinnen und Millinger aber sicher auch einigen Interessierten außerhalb von Millingen biete diese Chronik eine besondere Gelegenheit zu einer Zeitreise durch 100 Jahre Fortuna Millingen und zum Nachlesen der Entwicklung des Vereins vom Fußballklub zum Breitensportverein.

Trotz des bedauerlichen Umstands, dass die Chronik nicht wie geplant zu Beginn der Jubiläumsfeierlichkeiten und damit in einem gebührenden Rahmen stattfinden konnte, sicherten sich viele Interessierte bei erster Gelegenheit eine Ausführung der Chronik. Insgesamt verzeichnete der Vorstand am Abend 200 verkaufte Exemplare und weist darauf hin, dass die Chronik nach wie erworben werden kann. Passend zum Gründungsjahr beträgt der offizielle Preis 19,20€. Dieser Betrag ist aber bei Weitem nicht nicht kostendeckend. „Es ist ein sehr hochwertiges Buch, wer möchte, darf gerne auch mehr geben“, so Heinz Lukkezen.

Sollten auch Sie Interesse an der Chronik haben, kontaktieren Sie gerne direkt unseren ersten Vorsitzenden Klaus Sesing oder unseren Geschäftsführer Nicolas te Baay.

Aber nicht nur der Verkauf der Chronik musste aufgrund des Ausfalls des Jubiläums und der aktuellen gesundheitlichen Lage in einem anderen Rahmen als dem zunächst geplanten stattfinden. Wie eingangs erwähnt, konnte Klaus Sesing am vergangenen Donnerstag mit Häns Groll und Johannes Giesen gleich zwei Mitglieder für ihre 75-jährige Mitgliedschaft bei Fortuna Millingen auszeichnen. In seiner Rede erinnerte Klaus Sesing daran, dass die beiden damit dem Verein seit ihrem Eintritt unmittelbar nach dem Ende des zweiten Weltkrieges die Treue halten und damit die beiden „dienstältesten“ Fortunen seien. Kaum vorstellbar erscheint heute, dass Johannes Giesen und Häns Groll damit bereits zu einer Zeit bei der Fortuna „kickten“, als die Platzanlage an der Bruchstraße noch von Schützen- und Laufgräben durchzogen war und auch der damals noch Millinger Fußballklub heißende und die Farben blau und gelb sei Eigen nennende Verein um viele gefallene Vereinsmitglieder trauerte. Bis heute, so Sesing in seiner Ansprache an die Jubilare, verfolgten die beiden die Geschicke der Fortuna. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung überreichte er ihnen einen Strauß Blumen sowie ein Exemplar der Chronik und lud sie anschließend zu einem Kaffeetrinken in kleinster Runde in das Vereinsheim ein.

Bei Kaffee und Kuchen berichteten die beiden unter Einhaltung der Mindestabstände und der geltenden Personenhöchstgrenze von ihren Erlebnisse aus 75 Jahren Fortuna-Mitgliedschaft und tauschten Sich mit Vertreterinnen und Vertretern des Vereins über aktuelle Entwicklungen und Geschehnisse rund um die Fortuna aus. Auch den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern der Presse standen die beiden Rede und Antwort. So schilderte Johannes Giesen auf plattdeutsch seine Eindrücke und Häns Groll berichtete stolz davon, dass er bereits mit Uwe Seeeler zusammengespielt habe. „Er in Hamburg, ich in Millingen“, ergänzte er mit einem Augenzwinkern.

Trotz der besonderen Umstände blickt Fortuna Millingen daher auf einen Fronleichnamstag zurück, welcher zwar erstmals seit vielen Jahren ohne die Ausrichtung des Dorfturniers ablief, aber dennoch doppelten Grund zur Freude bot und die Fortuna mit Vorfreude auf das ins kommende Jahr verschobene Jubiläum blicken lässt.

In der nachfolgenden Bildergalerie finden Sie einige Impressionen:

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Millinger Sportgeschichte auf 456 Seiten

Zum 100-jährigen Bestehen des SV Fortuna Millingen hat unser Ehrenvorsitzender Heinz Lukkezen eine umfassende und sehr interessante Chronik zusammengestellt, die über das komplette Jahrhundert bei der Fortuna informiert.

Vor einigen Tagen erhielt Heinz Lukkezen einen Anruf. Am Telefon war Rüdiger van Acken. Der ehemalige Kicker des SV Fortuna Millingen, der heute im linksrheinischen Griethausen wohnt, hatte von der Chronik zum 100 -jährigen Bestehen seines früheren Vereins gehört und wollte wissen, wann und wo er diese bekommen könne.

Präsentation am 11. Juni

Offiziell präsentiert und erstmals verkauft werde das Buch am Donnerstag, den 11. Juni (Fronleichnam) ab 15 Uhr auf der Anlage an der Bruchstraße, teilte ihm der Ehrenvorsitzende der Fortuna mit, der unzählige Stunden in das opulente Werk investiert hat, das über das komplette Jahrhundert bei der Fortuna informiert. Die Besucher der Sportanlage werden gebeten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und die Abstandsregeln einzuhalten.

Stolze 456 Seiten umfasst die Chronik, die ein lebendiges Zeugnis der Vereinsgeschichte mit zahlreichen Erinnerungen und Anekdoten geworden ist. „Das Buch soll vor allem auch eine Wertschätzung der Arbeit der Ehrenamtlichen sein“, unterstreicht der 68-Jährige, der sich seit seiner Pensionierung 2016 intensiv mit der Historie seiner Fortuna befasst hat. „Es gab fast keinen Tag, an dem ich nicht daran gearbeitet habe“.

Zahlreiche Gespräche hat der langjährige erste Vorsitzende geführt. „Ich habe immer wieder einen gewissen Stolz erlebt, als mir die Leute vom Verein erzählt haben, die Identifikation ist wirklich enorm“, hat Lukkezen festgestellt, der Fotos und Zeitungsberichte aus dem Clubgeschehen selbst schon seit mehreren Jahrzehnten sammelt. „Viele sind auch auf mich zugekommen und haben mir weiteres Material gebracht, damit diese Erinnerungen nicht verloren gehen“.

Gegründet wurde der Sportverein Millingen am Montag, 5. April 1920, im Lokale Fritz Böcker. Als Versammlungsleiter fungierte Wilhelm Beltermann. Es meldeten sich 25 Mitglieder an. Der Schriftsatz zu diesem ersten Treffen ist ebenfalls in der Chronik zu finden. In einer zweiten Versammlung sechs Tage später wurde dann der erste Vereinsvorstand gewählt mit Wilhelm Beltermann als Vorsitzendem, Gustav Schenk als Schriftführer und Johann van Onna als Kassierer. Der Monatsbeitrag für sämtliche Mitglieder betrug zwei Mark. Zum Spielführer der ersten Mannschaft wurde Heinrich Vievering ernannt.

Von der Gründung bis 1939 seien vor allem detaillierte Protokolle von Johannes Jonkhans sehr wertvoll gewesen, erläutert Lukkezen. „Seine Tochter hat mir diese Aufzeichnungen übergeben“. Von Johannes Venhoven, der nach dem 2. Weltkrieg Vorsitzender war, stammen beispielsweise alte Rechnungen.

Die Fortuna habe sich in ihrer Vergangenheit aber nicht nur sportlich bewegt, sondern regelmäßig auch andere Ebenen bedient, erläutert Lukkezen. So gab es nach dem 2. Weltkrieg eine Theatergruppe im Verein. Damals sind die Millinger bis nach Ahlen in Westfalen gefahren, um Kleider und Anzüge zu holen, erinnert sich Johannes Giesen, der damals selbst auf der Bühne gestanden hatte und der Fortuna inzwischen seit 75 Jahren treu ist.

„Zudem haben wir längere Zeit selbst Karnevalsveranstaltungen durchgeführt, eh sich dann ein eigener Karnevalsverein in Millingen gegründet hat“, erzählt Lukkezen. Seit einigen Jahren engagiert sich die Fortuna im Offenen Ganztag. Seit den 70er Jahren wird bei der Fortuna auch Tennis und Tischtennis gespielt. „Bei beiden Abteilungen war leider ein Ordner mit Informationen verloren gegangen“, war es für Lukkezen allerdings recht schwierig, die Geschichte der Ballsportler aufzuarbeiten.

Im Tischtennis brachte die Abteilung gerade in den 70er und 80er Jahren immer wieder starke Spielerinnen hervor. So wurde 1979 das Mädchenteam angeführt von Silvia Tenbrink Westdeutscher Mannschaftsmeister. Den größten Teil des Buches nehmen natürlich die Fußballer ein, die zumeist auf Kreisebene kickten, aber 1977 und 2000 auch den Aufstieg in die Bezirksklasse bzw. -liga schafften und sehr wahrscheinlich dieses Kunststück auch zum 100 jährigen Bestehen feiern können.

Des Öfteren waren oder sind bei der Fortuna mehrere Generationen sportlich aktiv. So wie bei Familie Kremer. Marlon und Leon kicken im Jubiläumsjahr beim Millinger Nachwuchs und folgen damit auf Großvater Karl und Vater Karsten.

Jupp Tenhagen wird Nationalspieler

Mit Jupp Tenhagen hat auch ein Nationalspieler in der Fortuna-Jugend das Fußballspielen erlernt. 1977 wurde er nach seiner Premiere in Jugoslawien bei seiner Rückkehr nach Millingen begeistert empfangen. Werner Buttgereit, 1959 in Millingen geboren und ebenfalls viele Jahre erfolgreicher Profi, wurde wenig später mit dem MSV Duisburg Deutscher Meister der A-Junioren und absolvierte in der Folge insgesamt 228 Spiele in der ersten und zweiten Bundesliga. 1980 gab es auch ein legendäres Ablösespiel für Buttgereit, indem die Fortuna im Duell 1. Kreisklasse gegen 1. Bundesliga ein sensationelles 2:2 schaffte. Dabei waren die Zebras aus Meiderich sogar mit sieben Stammspielern angetreten. Der Millinger Torwart Helmut Pollmann war der überragende Akteur auf dem Spielfeld, Herbert Overgoor und Theo Legeland trafen für den Underdog.

Nachdem 1969 der neue Sportplatz an der Bruchstraße eingeweiht worden war, folgte 1989 ein weiterer Meilenstein mit dem Bau des Vereinsheims, bei dem vor allem der damalige Vorsitzende Walter Franken für seinen Arbeitseinsatz gewürdigt wurde und anschließend von Heinz Lukkezen abgelöst wurde, der den Verein bis 2015 führte. In diesem Jahr erhielt Lukkezen für sein besonderes Engagement auch den Ehrenamtspreis des Deutschen Fußball Bundes im „Club100“.

Passend zum Gründungsjahr wurde vom aktuellen Vorstand um den Vorsitzenden Klaus Sesing beschlossen, dass die Chronik für 19,20 Euro verkauft wird. Dieser Betrag ist aber bei Weitem nicht nicht kostendeckend. „Es ist ein sehr hochwertiges Buch, wer möchte, darf gerne auch mehr geben“, so Lukkezen. 2000 Euro Zuschuss hat es von der Aktion Heimat-Scheck des Landes NRW gegeben. „Eigentlich sollte das Defizit möglichst durch Gewinne des Jubiläumsfestes ausgeglichen werden“, erklärt der Autor. Bekanntlich muss dieses aufgrund der Corona-Krise aber um ein Jahr verschoben werden.

Auflage von 600 Exemplaren

Die Chronik soll im Juni aber dennoch pünktlich erscheinen. Es wird eine Auflage von 600 Exemplaren geben, hergestellt von der Druckerei Busch aus Bocholt. „Einen Nachdruck wird es definitiv nicht geben. Wer interessiert ist, sollte sich zeitig ein Exemplar besorgen“, sagt Lukkezen.

Kunstrasenplatz: Probleme im Boden sorgen für Verzögerung

Artikel der Rheinischen Post vom 15. Mai 2020: Die geplanten Kunstrasenplätze in Rees und Millingen müssen aufs nächste Jahr verschoben werden. Grund für den unplanmäßigen Aufschub sind Altlasten im Boden und Probleme bei der Entwässerung.

Im Fußball gilt Nachtreten als ein besonders übles Foul. Und genau das warfen CDU und Bürgermeister Christoph Gerwers am Donnerstag Helmut Wesser vor. Der Sprecher der Grünen-Fraktion hatte in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sprot und Soziales die Gunst der Stunde genutzt, um seine Kritik am Vorhaben, jedem Verein auf Reeser Stadtgebiet einen Kunstrasenplatz zu bauen, erneuert: „Die Kosten schießen völlig durch die Decke“, hatte Wesser angemerkt, nachdem die Stadtverwaltung mitgeteilt hatte, wie es um die beiden Vorhaben auf dem Gelände des SV Rees und dem von Fortuna Millingen bestellt ist. 

Die Kurzversion ist die: Weil es bei beiden Projekten technische Schwierigkeiten gibt, können die Kunstrasenplätze nicht mehr wie geplant in diesem, sondern erst im nächsten Jahr gebaut werden. Dementsprechend verschieben sich auch die Planungen für Blau-Weiß Bienen und den TUS Haffen-Mehr um ein Jahr. Zudem wird alles deutlich teurer.

Die detailliertere Erklärung: In Millingen gab es erhebliche Probleme bei der Entwässerung. Sie waren sogar so groß, dass die Planungen für die Anlage am Bruchweg „am seidenen Faden hingen“, wie Bürgermeister Gerwers erläuterte. Eine technische Lösung wurde jedoch gefunden. Der Platz muss erhöht gebaut werden, damit das Wasser abfließen kann. Zudem wird ein Regenrückhaltebecken auf dem Trainingsgelände errichtet.

In Rees gab es eine ähnliche Problematik. Am Gelände an der Ebentalstraße stellte sich heraus, dass sich unter Platz 4, wo der Kunstrasen hätte verlegt werden sollen, Altlasten im Boden befanden. Bauschutt war hier vergraben worden, was eine Versickerung erheblich erschwert hätte. Alternativ wird nun geprüft, ob Kunstrasen auf Platz 1 der Anlage möglich ist. Dazu wurden im April an acht Punkten Untersuchungen zum Untergrund vorgenommen. Die Ergebnisse sollen Ende Mai vorliegen. Bestätigen sie, dass der Untergrund für Kunstrasen geeignet ist, wird eine entsprechende neue Planung eingeleitet.

Dass sich in Rees wie in Millingen der Bau beider Plätze um ein Jahr verzögert, hängt auch mit den Fördermodalitäten zusammen: Allein für den Platz in Millingen erwartet die Stadt eine Fördersumme des Landes in Höhe von 500.000 Euro, jedoch gibt es seit Anfang April einen Stopp für Anträge aus diesem Topf. Erst im kommenden Jahr sollen wieder Gelder fließen, die Stadt habe die Zusage, dann zu den ersten zu gehören, die davon profitieren sollen.

Auch für den Platz in Rees sollen Mittel des Landes fließen. Wie hoch sie sein werden, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, erklärte Kämmerer Andreas Mai.

Am Punkt Kosten entzündete sich dann ein Streit, der bereits vor über einem Jahr geführt wurde, als es um den Beschluss ging, für alle Kunstrasenplätze auf Reeser Stadtgebiet grünes Licht zu geben. Die Grünen hatten von Anfang an Zweifel an den Kosten. Jetzt umso mehr, da sie absehbar steigen. Im Falle von Millingen sogar um ein „Vielfaches“. „Wir hätten es gerne gesehen, wenn es mit dem ersten Platz in Haldern erst mal einen Probelauf gegeben hätte, um Erfahrungen zu sammeln“, sagte Helmut Wesser.

Johannes Erlebach (CDU) hielt dem entgegen, dass sich in Haldern zeige, dass der Kunstrasen von den Sportlern hervorragend angenommen werde. Den Grünen warf er „Nachkarten“ bei einer Entscheidung vor, die schon längst getroffen worden sei. Bürgermeister Christoph Gerwers räumte ein, dass sich die Kosten erheblich erhöhen werden, dies läge jedoch auch daran,. dass die Nachfrage nach Kunstrasenplätzen derzeit hoch sei, was die Kosten ebenfalls nach oben getrieben hätte. Angesichts der vielen Spiele, die in der Vergangenheit ausfallen mussten, weil die Plätze unbespielbar waren, seien Kunstrasenplätze für den Vereinssport in Rees die richtige Entscheidung.

Quelle: rp-online.de

Info: Kunstrasen für Fortunas Soccer-Court

Minispielfeld 2006 bekam Fortuna Millingen vom DFB ein Kleinspielfeld mit Kunstrasen gesponsert, das von Vereinsmitgliedern aller Altersklassen und der Dorfjugend gerne genutzt wurde.

Investiert Weil der Kunstrasen nun erneuert werden musste, investierte der Club einen Betrag im niedrigen fünfstelligen Bereich. Gut für die Umwelt: Der neue Belag wurde nicht mehr mit Gummigranulat, sondern mit Kork eingestreut. Genau das ist auch für die Plätze vorgesehen, die die Stadt Rees plant.

Minispielfeld erhält neuen Kunstrasen

Minispielfeld erhält neuen Kunstrasen

Nachdem die für dieses Jahr geplanten Feierlichkeiten zum 100-jährigen Vereinsjubiläum und der Bau eines Kunstrasenplatzes an der Bruchstraße leider verschoben werden muss, gibt es nun positive Nachrichten. Das im Anschluss an die Fußball-WM 2006 auf unserer Platzanlage errichtete Minispielfeld hat am Wochenende einen neuen Kunstrasen-Belag erhalten.

„Zwölf Jahre ist das Minispielfeld intensiv genutzt worden, von Vereinsmitgliedern aller Altersklassen genauso wie von der Dorfjugend. Der Kunstrasen war jetzt einfach auf“, beschreiben Heinz Lukkezen und Hans Jürgen Klug die Situation. Aufgrund der regen Nutzung und der Beliebtheit des Spielfelds hat Fortuna Millingen einen niedrigen fünfstelligen Betrag aus der Vereinskasse in die Modernisierung investiert.

Nachdem der alte Kunstrasen mit schwerem Gerät abgetragen und der neue Belag verlegt wurde, wurde der Kunstrasen mit Sand beschwert und ein Granulat aus Kork eingearbeitet. So bietet der neue Belag nicht nur den Fußballfreundinnen- und Freunden aus Millingen und Umgebung auch zukünftig beste Bedingungen, der neue Belag wird zudem den aktuellen Umweltauflagen gerecht.

Fortuna Millingen hofft, die Sportanlage an der Bruchstraße bald wieder öffnen zu können und so auch das Minispielfeld zur Nutzung freigeben zu dürfen.